
Bei meinem Putzmarathon heute habe ich mich die ganze Zeit damit motiviert, dass ich Euch heute meinen Lieblingsraum in unserem Haus vorstellen werde. Und da hat das Putzen doch aufeinmal fast Spaß gemacht! Unsere Küche ist nicht nur der liebste Platz in unserem Haus, sie hat auch die meiste Aufmerksamkeit und Arbeit gekostet, vor allem für meinen Mann, der Schlitze gezogen, Wände verputzt, Fliesen gelegt und Möbel restauriert hat.

Alles in allem haben wir ein Jahr ohne richtige Küche gelebt und nur einen schrappeligen alten Herd in der Waschküche gehabt.
Aber wie man sieht: Der Aufwand hat sich gelohnt. Und auch die viele Arbeit. Ich liebe zum Beispiel die Zementfliesen. Wir haben sie
hier bestellt und sie wurden in Marokko extra für uns handgefertigt.
Wir haben sogar ein Foto aus dem Werk gemailt bekommen, als die erste Fliese fertig war.
Zementfliesen sind etwas aufwendiger beim Verlegen, aber wir haben es noch keinen Tag bereut. In den meisten Fällen verlegt man sie "auf Knirsch", also ohne Fuge. Wir haben uns allerdings für eine minimale Fuge entschieden und das ist auch gut so.
Meine Pinnwand kennt der ein oder andere ja schon von
hier. Sie ist aus alten Weinkorken und verändert ständig ihr Gesicht. Alte Karten, Schnipsel und Fotos gehen, neue kommen und manche bleiben für immer.
Die Möbel sind ein Sammelsurium aus verschiedenen Familien und Epochen. Die zwei runden Stühle mit der Lehne sind mir besonders wichtig. Sie stammen aus der Gaststätte meiner Oma und haben dort einiges erlebt. Der Tisch stammt aus der Familie meiner holländischen Oma und von einem Schreiner in Bodegraven, einer kleinen Stadt in der Nähe der Universitätsstadt Leiden, gemacht worden. Die hinteren Stühle sind aus dem Nachlaß von Tante Lisa und kommen wahrscheinlich aus dem Harz um die Gründerzeit.

Die Küchenzeile hätte ich ursprünglich gerne mediterran gemauert und verputzt. Aber dann kam es doch anders.
Denn diese Küche begegnete mir bei Marktplaats.nl.
Die Küchenzeile stammt aus einem Arbeiter-Reihenhaus in Nijmegen und ist aus den 40er/50er Jahren.
Im Anfang hatten wir uns verschätzt und gedacht wir hätten eine der begehrten "piet zwart keuken" von Bruinzeel ergattert. Bruinzeel ist es zwar aber eben nicht 20er Jahre.
Ich bin immer noch ganz verliebt in die Granito Arbeitsfläche und die schwarz-weiß gekachelte Spüle erinnert mich immer an unsere Studi-WG in Utrecht.
Der Herd ist natürlich unser Prunkstück. Das Angeberteil ist von Falcon und hat vier Gasflammen und einen Wokbrenner, zwei Backöfen und einen Salamandergrill.
Um ehrlich zu sein, bin ich immer noch in der Erkundungsphase dieser ganzen Vorzüge und jeden Tag noch begeistert und happy über das Gas.
Mit Gas kochen ist ja in Holland ganz normal, und so hatte ich mich total daran gewöhnt und fand E-Herde ganz schrecklich umständlich.
Jetzt haben wir eine Gasflasche in der Waschküche im Schrank stehen und die Leitung führt durch ein Loch in der Wand.
Viele andere ditjes und datjes stammen von Flohmärkten oder aus den heiß-geliebten "kringloopwinkels" so heißen in Holland die second-hand-Warenhäuser, die es in jeder Stadt gibt.
Die Vase hat meine Freundin Katrin mir zum Geburtstag genäht, sie ist aus Cord und innendrin eine Milchflasche.
So, das ist also meine Küche und zu meinem Glück fehlt nur noch der Smeg Kühlschrank.
Aber man muss ja immer noch was zu wünschen übrig haben , ne?
Und bei Euch?